Jarno Trulli gewann viele Weltmeister- und italienische Titel im Kart und dann zahlte ihm Benetton Boss Flavio Briatore Mitte 1995 den Einstieg in die deutsche Formel 3. Dort gewann er die restlichen beiden Rennen für das KMS Team.
1996 machte er auf die gleiche Art und Weise weiter und holte sich recht einfach den Titel. Sein Formel-1-Debüt kam dann 1997, als wieder einmal Flavio Briatore seine Hand im Spiel hatte. Tarso Marques sollte bei Minardi ersetzt werden und Trulli bekam den Platz. In Australien beendete er das Rennen als Neunter, nachdem er von Platz 17 gestartet war. In seinen restlichen Rennen kämpfte er aber mit mechanischen Gebrechen und zu wenig Leistung am Auto.
Beim Frankreich Grand Prix kehrte Marques wieder zurück und Trulli wechselte zu Prost, nachdem sich Olivier Panis in Montreal verletzt hatte. Er wurde im Großen Preis von Deutschland Vierter und verblüffte alle, als er das Rennen in Österreich lange anführte, bis ihm der Motor kaputt ging. 1998 unterschrieb Trulli dann für Prost und hatte als bestes Ergebnis einen sechsten Platz in Belgien.
Das nächste Jahr lief auch nicht viel besser, obwohl er gegen Ende der Saison einige starke Ergebnisse im Qualifying hatte. Probleme mit der Zuverlässigkeit des Autos erschwerten ihm die Saison.
Im Jahr 2000 bekam Trulli dann einen Vertrag bei Eddie Jordan, der ihn anstatt des zurückgetretenen Damon Hill neben Heinz-Harald Frentzen fahren sehen wollte. Hier zeigte er einige sehr starke Leistungen und war der einzige Fahrer, der nicht in einem Ferrari oder McLaren saß und in diesem Jahr trotzdem in der ersten Startreihe stand. Da es aber auch hier Probleme mit der Zuverlässigkeit gab und ihm auch die Konkurrenz hin und wieder unangenehm in die Quere kam, konnte er aus diesen guten Leistungen kaum Kapital schlagen.
Auch 2001 setzten sich die Probleme fort und trotz guten Qualifyings sprang am Ende meist nur wenig Zählbares heraus. Nachdem er mit Giancarlo Fisichella für 2002 den Platz getauscht hatte und zu Renault ging, hoffte Trulli, dass er endlich die Gelegenheit bekommen würde, sein Talent zu zeigen. Er beendete die Saison mit insgesamt neun Punkten und lag damit fünf Zähler hinter seinem Teamkollegen Jenson Button. Seine besten Resultate waren vierte Plätze in Monaco und Italien.
Im folgenden Jahr verließ Button das Team und es stieß die große Nachwuchshoffnung Fernando Alonso zum Team. Obwohl er die WM als Achter beendete und sich ein wenig von seinem Teamkollegen überflügelt fühlte, begann Trulli die Saison 2004 mit Stil.
Man kann Trullis Jahr 2004 in zwei Hälften teilen. Die erste Hälfte der Saison ging vom Großen Preis von Australien bis zum Großen Preis von Frankreich und in dieser Zeit war Trulli überragend. Die zweite Hälfte der Saison ging von Silverstone bis Monza, wo Trulli den Eindruck erweckte, als sei er dem Sport nicht mehr gewachsen. Es ist schwer zu erklären, wie ein Fahrer, der das Rennen im Mai in Monaco von der Pole Position aus dominierte nur ein paar Monate später entlassen werden kann, nachdem er nicht mehr in der Lage war irgendeine Pace in dem starken Paket von Renault zu zeigen. Das war aber passiert und es unterstrich die Kommentare jener, die meinen, die Psychologie spielt bei dem italienischen Fahrer eine zu große Rolle.
Renault machte zur Halbzeit der Saison klar, dass Trulli 2005 nicht mehr beim Team sein würde. Trotz einer Pole Position in Spa Francrochamps wurde die Beziehung zu seinem vormaligen Manager und damaligen Teamchef Flavio Briatore immer schlechter. Nach dem Italien Grand Prix wurde Trulli aus seinem Vertrag entlassen und ging für die letzten beiden Saisonrennen zu Toyota. Trotz alldem schaffte es Trulli immer noch, die Weltmeisterschaft auf Platz sechs zu beenden.
2005 folgte dann die erste volle Saison bei Toyota und Trulli machte das Beste daraus. So wie 2004 hatte er einen sehr guten Start in das Jahr und holte drei Podestplätze in den ersten fünf Rennen. Das Ende der Saison war dann aber wieder enttäuschend. Der TF105 war ein gutes Paket und Trulli nutzte seine guten Qualifying-Leistungen voll aus. Er verhalf Toyota zum vierten Platz in der Konstrukteurs-WM und war seinem Teamkollegen Ralf Schumacher abgesehen von den letzten Rennen auch überlegen.
Am Ende lag Trulli in der WM dann aber einen Platz hinter Schumacher auf dem siebenten Rang. Trulli nahm die Unform mit in das Jahr 2006 und es dauerte bis zum neunten Rennen, ehe er seinen ersten Punkt holen konnte. Nachdem dann klarerweise nicht mehr viel zu holen war, kämpfte Trulli weiter, auch wenn das Auto nicht so gut war wie 2005. Schließlich landete er in der Fahrerwertung auf dem zwölften Rang.