Der legendäre Teambesitzer Ken Tyrell verkaufte das Team mit seinem Namen 1997 an British American Tobacco. Craig Pollock war der Teamchef und Jacques Villeneuve bildete mit Ricardo Zonta die Fahrerpaarung. British American Racing war zum ersten Mal 1999 auf einer Strecke zu sehen. Später wurde das Team dann zu 100 Prozent von Honda übernommen, da sich der Tabakriese aus der Formel 1 zurückzog.
Das neue Team begann 1999 seine erste Saison gleich einmal mit einem Disput, da sie entgegen der FIA-Regeln handelten, als sie ihre Autos zunächst in zwei verschiedenen Lackierungen präsentierten. Schließlich ging man einen Kompromiss ein und verpasste jedem Auto die gleiche zweigeteilte Lackierung. Das erste Jahr war im Renn-Einsatz eine Enttäuschung, da der BAR 001 mit dem Supertec-Motor keinen einzigen Punkt holte.
Für die Saison 2000 konnte Pollock einen Deal mit Honda als Motorenlieferant aushandeln. Eine Kooperation, die sich später als immer wichtiger für das Team herausstellen sollte, da die Mannschaft 2006 schließlich zu 100 Prozent in den Besitz des Herstellers überging. Bis dahin hatte der Rennstall seinen fairen Anteil an Höhen und Tiefen.
Im ersten Jahr mit Honda lief es gut. Villeneuve zeigte einige starke Vorstellungen und Zonta wurde gegen Ende der Saison immer stärker. Doch für den Brasilianer war es da schon zu spät, da BAR für 2001 bereits Olivier Panis als Teamkollegen für Villeneuve angeheuert hatte. Gemeinsam hoffte man, den fünften Konstrukteursrang noch zu verbessern. Doch das geschah 2001 nicht und man fiel hinter Jordan zurück. In Villeneuve wuchs der Frust und er äußerte recht deutlich, dass er von dem Gesamtpaket recht unbeeindruckt sei und es gab einige drastische Verbesserungen für 2002.
Doch die plötzliche Entlassung seines engen Freundes und Managers Craig Pollock kurz vor der Präsentation des neuen Autos warf ein großes Fragezeichen über die längere Zukunft von Villeneuve mit der Mannschaft. David Richards übernahm Pollocks Platz und wollte das Team weiter an die Spitze heranführen.
Villeneuve blieb 2003 bei der Mannschaft, die in diesem Jahr das einzige Team mit Honda-Motoren wurde. Im letzten Jahr seines Fünfjahres-Vertrages hatte der Weltmeister von 1997 Jenson Button als Teamkollegen und musste feststellen, dass er nur mehr die Nummer zwei im Team war.
Button war die gesamte Saison, die bereits mit einigen hitzigen Wortwechseln zwischen den beiden begann, schneller als Villeneuve. Button brachte aber auf der Strecke die besseren Argumente und wurde in weiterer Folge die Nummer eins im Team. Villeneuves Zusammenarbeit mit der Mannschaft kam zu einem unwürdigen Ende, als er direkt vor dem Saisonfinale in Japan vor die Tür gesetzt wurde und Honda-Schützling Takuma Sato sein Cockpit übernahm.
BAR Honda hatte einige Zeit gebraucht aber 2004 war jene Saison, in der die Mannschaft von einem Mitläufer zu einem Meisterschafts-Anwärter wurde. Man holte 119 Punkte und wurde in der Konstrukteurs-WM Zweiter. Button wurde vier Mal Zweiter und Sato konnte in Indianapolis seinen ersten Podestplatz feiern. Insgesamt kam die Mannschaft 11 Mal auf das Podest und erreichte 24 Mal die Punkteränge.
Nach dem Erfolg der Vorsaison hatte Honda jedes Recht, davon auszugehen, dass man 2005 den ersten Sieg würde holen können. David Richards musste die Mannschaft verlassen. Wahrscheinlich war der Grund dafür, dass er einige öffentliche Debatten mit Button wegen dessen Wunsches hatte, das Team Richtung Williams zu verlassen. Richards gewann den Kampf und Button musste 2005 bleiben, aber der Teamchef wurde danach durch Nick Fry ersetzt.
Auf der Strecke erwischten Button und Sato einen schlechten Start in die Saison. In den ersten drei Rennen des Jahres gab es keine Punkte. In Imola kam es dann noch schlimmer, da das 007-Chassis als zu leicht befunden wurde, nachdem das Benzin abgelassen worden war. Danach gab es viel öffentliches Aufhebens und die FIA disqualifizierte die Mannschaft für den San Marino Grand Prix und sprach für die folgenden beiden Rennen ein Startverbot aus.
Bis zum zehnten Saisonrennen hatte das Team noch keinen Punkt erzielt. Abseits der Strecke hatte Honda bereits 45 Prozent an dem Team erworben und bis zum Ende der Saison würden es dann 100 Prozent sein. Der Grand Prix von Frankreich brachte Button und BAR endlich die ersten Punkte und danach holte der Brite in jedem weiteren Rennen eine Punkteplatzierung. Doch das Team war weit von einem Rennsieg entfernt und da Sato eine schlechte Saison hatte beendete man das Jahr als Sechster.
Button schlitterte im Verlauf des Jahres 2005 in weitere Vertragskomplikationen mit Williams, konnte sich aber daraus herauskaufen und blieb 2006 bei Honda. Rubens Barrichello kam von Ferrari und ersetzte den zu Super Aguri abgewanderten Sato.
2006 wurde eine durchwachsene Saison für Honda, obwohl Buttons Sieg in Ungarn zeigte, dass die Mannschaft - unter den richtigen Umständen - in der Formel 1 gewinnen kann. Der Technische Direktor Geoff Willis musste Honda allerdings früh verlassen, während das Team um Wettbewerbsfähigkeit kämpfte.
Barrichello brauchte die erste Hälfte der Saison, um mit seinem Honda auf Tempo zu kommen. Er beschwerte sich, dass der RA106 nicht seinem Fahrstil entspreche, vor allem die progressivere Traction Control. Button, der wesentlich sanfter mit dem Gas umgeht als sein neuer Teamkollege, hatte keine derartigen Probleme. Doch auch der Brite hatte eine wesentlich bessere zweite Saisonhälfte.
21 Punkte in den ersten 12 Rennen waren nicht unbedingt eine beeindruckende Leistung von Button, aber seine letzten sechs Rennen brachten starke 35 Zähler. Barrichello schaffte im ganzen Jahr 30 Punkte und mit den insgesamt 86 Zählern beendete Honda das Jahr auf Rang vier.
Für das Jahr 2007 bleibt das Team größtenteils unverändert. Man wird versuchen, es Button zu ermöglichen, seine gute Serie vom Ende der Saison 2007 fortzuführen. Barrichello wird sich etwas steigern müssen, wenn man die Top Drei in der Konstrukteurs-Meisterschaft erreichen will. Als Testfahrer wurde der ehemalige Red Bull-Pilot Christian Klien verpflichtet. Er ersetzt Anthony Davidson, der als Einsatzfahrer zu Super Aguri wechselt.